Pharmaindustrie – Verbrechen zahlt sich aus.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-130223320.html

Textauszug: „Denn in Deutschland ist es im Unterschied zu vielen anderen Staaten sogar erlaubt, dass Pharmafirmen niedergelassene Ärzte mit Zuwendungen gefügig machen. Deshalb werden regelmäßig Ermittlungen wieder eingestellt, wie jüngst etwa das Verfahren gegen 3000 Ärzte, die von Ratiopharm Geschenke erhalten hatten. Die Regierung Merkel hat zwar in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, gegen die Korruption von Ärzten vorzugehen – geschehen ist das bisher aber nicht.
Außerdem gehen Gerichte hierzulande mit korrupten Pharmamanagern erstaunlich nachsichtig um. So hat die Firma Sanofi in diesem Jahr eine Geldbuße des Amtsgerichts Winsen an der Luhe akzeptiert und 28 Millionen Euro in einem Fall von Bestechung gezahlt. Bis heute weigern sich die Behörden aber, die Details mitzuteilen.“

…aus fb:

UNFASSBAR : Ich zitiere: “ Der 780-prozentige Anstieg der Tagesdosen für gängige Psychopharmaka (2000 bis 2009) bezieht sich auf die deutsche Bevölkerung. Das entspricht laut Recherchen der Wissenschaftsjournalistin Cornelia Stolze 47 Millionen Tagesdosen im Jahr 2009.“
N.S.: da fehlt noch das Buch von Peter C. Gotsche „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität“. Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert. Herr Gotzsche ist Facharzt für innere Medizin und hat viele Jahre für Pharmaunternehmen klinische Studien durchgeführt. Er zeigt detailliert auf, wie Wissenschaftler Daten fälschen, um ihre Meinung zu verteidigen. Wie Behörden und Pharmaunternehmen zusammen arbeiten. Wie Glückspillen Kinder in den Selbstmord treiben oder die Psychiatrie das Paradies der Pharmaindustrie ist. Es gibt wohl keine andere Branche, die mehr Menschenleben auf dem Gewissen hat. Da ist mancher Krieg nicht´s dagegen. Medikamente töten leise.
 Damit die Öffentlichkeit über den Nutzen angeblich neuer Arzneimittel nicht mehr getäuscht wird, will Gøtzsche das Zulassungsverfahren grundsätzlich ändern. „Wir dürfen der Industrie nicht länger erlauben, klinische Studien durchzuführen“, schreibt er. Diese Aufgabe sollten stattdessen Universitäten übernehmen.
Patienten könnten aber auch selbst etwas gegen die Macht der Pharmabranche tun, empfiehlt Gøtzsche. So könnten sie ihren Arzt fragen, ob er Geld von der Industrie bekomme. Antwortet er mit Ja, sollten sie sich einen anderen Arzt suchen. Und sie sollten nur dann ein Medikament nehmen, wenn sie es unbedingt brauchen – denn 95 Prozent der neuen Arzneien hätten keinen zusätzlichen Nutzen, behauptet Gøtzsche.
Peter Sawicki, ehemals Deutschlands oberster Arzneimittelprüfer, ist überzeugt, dass Gøtzsches Anklage noch immer berechtigt ist: „Auch wenn nach jedem solchen Buch behauptet wird, dass es sich um Vorkommnisse aus der Vergangenheit handelt und dass in der Zwischenzeit die Fehler behoben worden sind, ändert sich wenig.“
* Peter C. Gøtzsche: „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität. Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert“. Riva Verlag, München; 572 Seiten; 24,99 Euro.
Von Markus Grill
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