krank statt gesund – das private Krankensystem

KRANK statt GESUND – Dank Hermann Gröhes Gier!

von Volker Hahn

Die Kritik an privaten Klinikkonzernen wird immer härter, Beitragssprünge führen zu ebenso lautem Protest gegen private Krankenversicherer und Verbraucherschützer sagen das Ende des Klassensystems im Gesundheitswesen voraus. Doch wie schlimm steht es wirklich um die private Krankenversorgung in Deutschland?

Was bedeutet es konkret, wenn der Profit an erster Stelle steht statt die Gesundheit und die Krankenversicherung zur

Privatsache wird? Immerhin geht es hier um das höchste Gut des Menschen und die vornehmste Aufgabe der Ärzteschaft besteht darin, sich um die Gesundheit ihrer Patienten zu kümmern. Glaubt man Kritikern, ist das schon lange vorbei – zumindest für viele Privatpatienten. Ausgerechnet, könnte man denken und der eine oder andere dürfte sich ein schadenfrohes Grinsen auch nicht verkneifen.Entmündigt für maximale Gewinne

Die Kritik ist nicht neu, aber sie wird immer lauter und reißt nicht ab: Besonders die Privatkliniken in Deutschland stehen in der Kritik, wenn es um die Frage geht, ob die Gewinnmaximierung nicht der Gesundheit schadet – und zwar der von Patienten und angestellten Ärzten und Pflegebediensteten gleichermaßen. Die Krankenhausrealität ist eben nicht die Schwarzwaldklinik sondern ein brutales Leistungssystem.

Ein Insider hat jetzt ausgepackt, weil er die Nase gestrichen voll hat: Für höhere Gewinne würden Mediziner entmündigt, Profitdenken dominiere alles und führe zu einer Überlastung von Pflegepersonal und einem hohen Risiko für Patienten. Als ehemaliger Chefarzt weiß Ulrich Hildebrandt, wovon er redet, wenn er sagt, dass das Problem in der Übertragung von Industrienormen auf das Gesundheitswesen liegt: „Der Mensch im Krankenhaus ist heute kein Mensch mehr, sondern eine Fallpauschale. Es ist ein verdichtetes System entstanden, das ein hohes Risiko für die Patienten mit sich bringt. Das wird besonders stark in privaten und auch kirchlichen Kliniken sichtbar.“

Rendite auf Kosten der Gesundheit

Dabei reden wir in der Bundesrepublik angeblich von einem Solidarsystem im Bereich der Gesundheitsversorgung. Hildebrandts Kritik daran reiht sich ein in eine Vielzahl von Stimmen, die das schon lange als Farce sehen. Der Vorwurf: Während das Gesundheitswesen auf dem Papier als hundertprozentig solidarisch finanziertes System dargestellt werde, profitieren in Wahrheit vor allem private Träger davon – und zwar zu Lasten von Kranken, Angestellten und Steuerzahlern.

Die Konsequenzen aus überlasteten Ärzten, müden Krankenschwestern und auch mangelnder Hygiene als vielfach beschriebenen Konsequenzen einer solchen Profit-Sucht kann sich jeder Leser selbst einfach ausmalen. Das gilt vor allem für einige private Klinikbetreiber, denen schon länger vorgeworfen wird auf Kosten der Mitarbeiter, der Qualität und der Patienten zu sparen.

Unnötige Operationen

Der ungeheure Verdacht im Hintergrund: Wird in deutschen Privatkliniken aus reiner Profitgier operiert, wo nichts zu operieren ist? Private Klinikbetreiber weise derartige Vorwürfe weit von sich, lehnen medizinisch nicht gerechtfertigte Ausweitungen der Indikationsstellung – wie es im Medizinerdeutsch so schön heißt – rundum ab. Aber ist das auch die Wahrheit, oder sollen gute Zahlen nicht um jeden Preis erreicht werden, wie Kritiker meinen.

Fakt ist, dass Frank Ulrich Montgomery als Präsident der Bundesärztekammer durchaus kritische Worte zum immer stärkeren Wirtschaftlichkeitszwang in deutschen Krankenhäusern findet und klarstellt, dass Privatisierung allein keinesfalls ein Heilsweg sei. Der Ärztepräsident kritisiert die Auswüchse einer profitorientierten Privatisierung nach dem amerikanischen Hire-and-fire Prinzip ebenso wie reine Rentabilitätsorientierungen.

Krank durch Profitmaximierung

Es dürfte jedem unmittelbar einleuchten, dass das mit dem hippokratischen Eid der Ärzteschaft nicht mehr viel zu tun hat. Wohl nicht zuletzt deshalb hat es auch bereits heftigen Streit mit der organisierten Ärzteschaft gegeben. Es hieß sogar, dass vor Arbeitsverträgen mit dem einen oder anderen Klinikbetreiber ausdrücklich gewarnt werde.

Als Wurzel des Übels wird anderenorts das System der privaten Krankenversicherung als solches betrachtet. Ein Vorwurf: Die PKV habe zu viele Kunden angelockt, die eigentlich in das Privatsystem nicht reingehören – und es sich jetzt in Zeiten der wirtschaftlichen Verwerfungen auch nicht mehr leisten können. Gefordert wird deshalb von manchen Kritikern eine solidarische Grundabsicherung für alle.

Konsequenz: Abschaffung der Rosinenpickerei!

Eine Neuauflage der solidarischen Krankenversicherung könnte in der Tat der einzige Weg sein, wie den immer drängenderen Problemen einer alternden Gesellschaft auf der einen und immer mehr medizinischem Fortschritt auf der anderen Seite sinnvoll begegnet werden kann – ohne dass Angestellte ausgebeutet werden und Patienten leiden müssen.

Die Beschwerden über die private Krankenversicherung häufen sich und ein Ende der Rosinenpickerei scheint in Sicht. Wer will schon bis zu 60% höhere Beiträge zahlen müssen und in einem System gefangen sein, das einen einst mit dem Versprechen auf mehr Leistung geködert hat? Verbraucherschützer sehen die Privatversicherung seit langem als überholt an.

Fazit: Profitmaximierung auf dem Rücken von Mitarbeitern und Patienten hat nichts mit Gesundheitsfürsorge zu tun: Wir brauchen ein solidarisches Gesundheitswesen!

Ihr
Volker Hahn

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